Krankenkassenprämien steigen 2027: So können Sie Ihre Kosten optimieren

Auch 2027 müssen Versicherte in der Schweiz mit höheren Krankenkassenprämien rechnen. Laut Bundesamt für Gesundheit (BAG) steigen die Prämien im kommenden Jahr durchschnittlich um 5 %. Doch wer seine Versicherung rechtzeitig überprüft, kann möglicherweise mehrere Hundert Franken pro Jahr sparen. Wir zeigen Ihnen fünf Möglichkeiten, wie Sie Ihre Krankenkassenkosten gezielt optimieren können.

Krankenkassenprämien 2027: Erneuter Anstieg um 5 %

Die Gesundheitskosten in der Schweiz steigen weiter und damit auch die Belastung für viele Haushalte. Gemäss den offiziellen Zahlen des Bundesamts für Gesundheit beträgt die mittlere Krankenkassenprämie im Jahr 2027 monatlich CHF 412. Das entspricht einer Zunahme von CHF 19.70 gegenüber dem Vorjahr.

Für Erwachsene steigt die mittlere Monatsprämie sogar auf CHF 487.60. Wie stark die Prämien tatsächlich steigen, hängt jedoch von verschiedenen Faktoren ab, darunter Wohnort, Alter, Versicherungsgesellschaft, Franchise und gewähltes Versicherungsmodell.

Die gute Nachricht: Versicherte haben verschiedene Möglichkeiten, ihre Prämien zu beeinflussen. Gerade jetzt lohnt es sich deshalb, die bestehende Krankenversicherung genauer unter die Lupe zu nehmen.

Fünf Möglichkeiten, Ihre Krankenkassenprämien zu optimieren

1. Franchise überprüfen und richtig wählen

Die Höhe der Franchise beeinflusst Ihre monatliche Krankenkassenprämie wesentlich. Grundsätzlich gilt: Je höher die gewählte Franchise, desto tiefer fällt in der Regel die monatliche Prämie aus.

Wer selten ärztliche Leistungen benötigt und über ausreichende finanzielle Reserven verfügt, kann von einer höheren Franchise profitieren. Personen mit regelmässigen Arztbesuchen oder laufenden Behandlungen sind hingegen unter Umständen mit einer tieferen Franchise besser beraten.

Entscheidend sind nicht allein die monatlichen Prämien, sondern die gesamten Gesundheitskosten über das Jahr. Dazu gehören auch die Franchise und der gesetzliche Selbstbehalt.

2. Das passende Versicherungsmodell wählen

Neben der Franchise bietet auch die Wahl des Versicherungsmodells Einsparpotenzial.

Während das Standardmodell eine weitgehend freie Arztwahl ermöglicht, können alternative Modelle wie Hausarzt, HMO oder Telmed günstigere Prämien bieten.

Im Gegenzug verpflichten sich Versicherte je nach Modell, bei gesundheitlichen Beschwerden zunächst eine bestimmte Anlaufstelle zu kontaktieren.

Wer bereit ist, diese Vorgaben einzuhalten, kann seine monatlichen Versicherungskosten reduzieren, ohne auf die gesetzlich vorgeschriebenen Leistungen der Grundversicherung verzichten zu müssen.

3. Krankenkassen regelmässig vergleichen

Die Leistungen der obligatorischen Grundversicherung sind in der Schweiz gesetzlich festgelegt. Dennoch können die Prämien je nach Krankenkasse erheblich variieren.

Ein jährlicher Vergleich verschiedener Anbieter kann sich deshalb finanziell lohnen.

Dabei sollten nicht nur die Prämien, sondern auch die angebotenen Versicherungsmodelle, die Abwicklung von Leistungen und die persönlichen Bedürfnisse berücksichtigt werden.

Wichtig: Wer seine Grundversicherung auf den 1. Januar 2027 wechseln möchte, muss sicherstellen, dass die Kündigung spätestens am 30. November 2026 bei der bisherigen Krankenkasse eintrifft.

4. Anspruch auf Prämienverbilligung prüfen

Nicht alle Versicherten müssen ihre Krankenkassenprämien vollständig selbst tragen. Bund und Kantone unterstützen Personen und Familien in bescheidenen wirtschaftlichen Verhältnissen mit individuellen Prämienverbilligungen.

Ob ein Anspruch besteht und wie hoch die Unterstützung ausfällt, hängt insbesondere vom Einkommen, den Vermögensverhältnissen, der familiären Situation und dem Wohnkanton ab.

Da die Voraussetzungen und Antragsverfahren kantonal unterschiedlich geregelt sind, empfiehlt sich eine frühzeitige Abklärung bei der zuständigen kantonalen Stelle.

Ein möglicher Anspruch bleibt sonst unter Umständen ungenutzt.

5. Unfalldeckung überprüfen

Ein weiterer häufig übersehener Punkt ist die Unfalldeckung innerhalb der Grundversicherung.

Wer bei einem Arbeitgeber mindestens acht Stunden pro Woche beschäftigt ist, verfügt in der Regel bereits über eine obligatorische Versicherung für Berufs- und Nichtberufsunfälle.

In diesem Fall kann die Unfalldeckung bei der Krankenkasse auf Antrag ausgeschlossen werden, sofern die entsprechende Versicherungsdeckung nachgewiesen wird.

Dadurch lässt sich die Krankenkassenprämie zusätzlich reduzieren.

Wichtig ist, dass weiterhin eine ausreichende Unfalldeckung besteht. Verändert sich die berufliche Situation, muss auch der Versicherungsschutz erneut überprüft werden.

Krankenkassenwechsel 2027: Diese Frist sollten Sie kennen

Wer seine Grundversicherung für das kommende Jahr wechseln möchte, sollte jetzt handeln.

Die Kündigung muss spätestens am 30. November 2026 bei der bisherigen Krankenkasse eintreffen. Entscheidend ist dabei das Eingangsdatum und nicht der Poststempel.

Die neue Grundversicherung beginnt anschliessend am 1. Januar 2027.

Zu beachten ist ausserdem, dass für Zusatzversicherungen andere Kündigungsfristen und Aufnahmebedingungen gelten können. Deshalb sollten Grund- und Zusatzversicherung immer separat betrachtet werden.

Jetzt handeln und Sparpotenzial nutzen

Steigende Krankenkassenprämien müssen nicht zwangsläufig bedeuten, dass Versicherte sämtliche Mehrkosten unverändert hinnehmen müssen.

Bereits kleinere Anpassungen bei der Franchise, dem Versicherungsmodell oder der Unfalldeckung können sich langfristig finanziell bemerkbar machen.

Welche Möglichkeiten tatsächlich sinnvoll sind, hängt jedoch immer von der individuellen Lebens- und Gesundheitssituation ab.

Ihre Krankenkasse im Check: Zahlen Sie mehr als nötig?

Jede Versicherungssituation ist individuell. Wir helfen Ihnen dabei, Ihre Krankenkassenlösung zu überprüfen und herauszufinden, wo sich Ihre Kosten optimieren lassen.